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L2/20 Lehrgang Traumapädagogik und Traumazentrierte Fachberatung mit dem Schwerpunkt Traumapädagogik Start 19.11.2020

19 November

€4500
L2/20 Lehrgang Traumapädagogik und Traumazentrierte Fachberatung mit dem Schwerpunkt Traumapädagogik Start 19.11.2020

Lebensgeschichtlich belastete Mädchen und Jungen stellen besondere Herausforderungen an die in der Kinder- und Jugendhilfe tätigen Fachpersonen. Vergangene traumatische Lebenserfahrungen der Kinder und Jugendlichen haben Auswirkungen auf ihr gegenwärtiges Erleben, ihre Erwartungen und ihre Beziehungsgestaltung. Um traumatisierten Mädchen und Jungen korrigierende und heilsame Erfahrungen anbieten zu können, sind die Entwicklung einer traumasensiblen Haltung, der souveräne Umgang mit Traumainhalten sowie ein offenes kreatives und selbstreflektiertes pädagogisches Handeln gefragt.

Diese Reihe bietet im Rahmen von 13 Modulen, 28 Tagen, 200 Unterrichtseinheiten (UE à 45 min) eine theoretisch fundierte und praxisorientierte Zusatzqualifikation für in der Kinder- und Jugendhilfe tätige Fachpersonen. Da besonderer Wert auf den Einbezug der Erfahrungen der TeilnehmerInnen aus der Praxis, die Implementierung in die jeweiligen Arbeitsbereiche, die Selbstreflexion und Persönlichkeitsentwicklung der TeilnehmerInnen gelegt wird, bietet dieses Curriculum 50 UE mehr, als in den Mindeststandards der DeGPT/BAG TP (150 UE) vorgesehen. Die maximale TN-Anzahl liegt bei 18.

Der Schwerpunkt dieses Weiterbildungscurriculums liegt auf der Pädagogik der Selbstbemächtigung nach Wilma Weiß und verknüpft diese mit tiefenpsychologischen Grundlagen nach C.G. Jung, der Traumaarbeit nach P. Levine (Somatic Experiencing©), der Prozessarbeit nach A. Mindell sowie mit Elementen aus der
Mal- und Gestaltungstherapie und systemisch-kunsttherapeutischen Supervision.

Die Fortbildungsgruppe wird von einer/m hauptverantwortlichen Referentin/en durch die gesamte Reihe begleitet. Die/der Hauptreferentin gestaltet die Module gemeinsam mit einer zweiten Referentin.

Module

Modul 1: 19.–20.11.2020 · Auftakt und Einführung
Modul 2: 14.–15.1.2021 · Unterstützung und Begleitung von Traumaheilungsprozessen
Modul 3: 11.–12.3.2021 · Traumasensible Beziehungsgestaltung
Modul 4: 20.–21.5.2021 · Suse – Supervision, Selbstfürsorge und Selbsterfahrung im Gruppensetting
Modul 5: 15.–16.7.2021 · Pädagogik der Selbstbemächtigung
Modul 6: 23.–24.9.2021 · Traumapädagogisches (Fall-)Verstehen
Modul 7: 25.–26.11.2021 · Dissoziation, Übertragung und Gegenreaktion in pädagogischen Bezügen
Modul 8: 27.–28.1.2022 · Suse – Supervision, Selbstfürsorge und Selbsterfahrung im Gruppensetting
Modul 9: 17.–18.3.2022 · Traumapädagogische Gruppenarbeit
Modul 10: 19.–20.5.2022 · Interdisziplinäre Traumaarbeit · Sabine Riesenhuber/Christina Rothdeutsch-Granzer
Modul 11: 14.–15.7.2022 · Suse – Supervision, Selbstfürsorge und Selbsterfahrung im Gruppensetting
Modul 12: 29.–30.9.2022 · Transgenerationale Weitergabe und Elternarbeit
Modul 13: 22.–25.11.2022 · Abschlusskolloquium
Leitung aller Module (ausgenommen Modul 10): Ulli Dobernig/Christina Rothdeutsch-Granzer

Diese Modulübersicht dient zur Orientierung. Im Rahmen einer prozessorientierten Arbeit kann der Verlauf auch modifiziert und den Bedürfnissen der TeilnehmerInnen angepasst werden.

Voraussetzungen für den Zertifikatserwerb nach FV TP/DeGPT für Österreich

1) Hochschul- und FachhochschulabsolventInnen mit psychologischen, pädagogischen und verwandten Abschlüssen, z. B. PsychologInnen (Mag., Dr.) und ÄrztInnen ohne anerkannte psychotherapeutische Ausbildung (ohne Eintragung in die Psychotherapeutenliste), Dipl.- PädagogInnen, Dipl.-SozialarbeiterInnen oder SozialarbeiterInnen mit Fachhochschulabschluss (Mag. FH) und Dipl.-SozialpädagogInnen, BeratungslehrerInnen, TheologInnen (Mag., Dr.), SoziologInnen (Mag., Dr.), oder analoge Abschlüsse (BA, MA), oder abgeschlossene Berufsausbildung an einer berufsbildenden Schule mit Maturaabschluss oder Fachdiplom sozialadministrativer, erzieherischer oder pflegerischer Berufe (insbesondere ErzieherInnen, Pflegefachkräfte, ErgotherapeutInnen, LogopädInnen)

2) Gefordert ist des weiteren eine mindestens dreijährige Berufserfahrung in einem relevanten Praxisfeld für alle Berufsgruppen

3) Im Rahmen der Qualfizierungsreihe ist eine schriftliche Fallarbeit zu verfassen, eine Supervision im Gruppensetting zu absolvieren und eine Projektarbeit zu gestalten, die im Abschlusskolloquium präsentiert wird und die traumapädagogische Haltung sichtbar werden lässt.

Zielgruppe

Hochschul- und FachhochschulabsolventInnen mit psychologischen, pädagogischen und verwandten Abschlüssen oder analogen Abschlüssen (BA, MA), abgeschlossener Berufsausbildung an einer berufsbildenden Schule mit Maturaabschluss oder Fachdiplom in sozialadministrativen, erzieherischen oder pflegerischen Berufen

ReferentInnen

Dr. Christina Rothdeutsch-Granzer

Dr. Christina Rothdeutsch-Granzer (Kursleitung):
Erziehungs- und Bildungswissenschaftlerin, Sozialpädagogin, Traumapädagogin und traumazentrierte Fachberaterin (DeGPT/FV TP); Lebens- und Sozialberaterin; Traumaarbeit Somatic Experiencing (i.A.u.S.) (SE)® nach Peter A. Levine.

Arbeitsfelder seit 2001: ambulante Jugend- und Familienhilfe, Streetwork im Bereich Sucht und Drogen in Zürich, Traumapädagogische Wohneinrichtung für komplex traumatisierte junge Menschen. 2008-2017 alternative:pflegefamilie gmbh – Pflegefamilienarbeit und –forschung, Promotion zum Thema Besuchskontakte in Pflegefamilie, 2014-2017 Referentin und Lehrgangsleiterin für das Zentrum für Traumapädagogik Hanau.

Aktuelle Schwerpunkte seit 2016: Gründung und Leitung des Institutes wundeRkinder Graz für Traumapädagogik und interdisziplinäre Traumaarbeit; Referentin für traumasensible Menschenbildung; Durchführung von Seminaren, Weiterbildungs-Lehrgängen, Projektbegleitungen, Supervisionen; Lehrbeauftragte der Karl-Franzens-Universität Graz; Vorstandsmitglied des Österreichischen Fachverbandes für akademische Sozialpädagogik.

Alle Module

www.wunderkinder-graz.at

Ulli Dobernig

Ulli Dobernig: Ausbildung: Studium der Sozialpädagogik, Lebens- und Trauerbegleitung, Krisenintervention, Hospizbegleitung, systemische Beratung, Traumaaufstellungsarbeit, Traumapädagogik (DeGPT/FV TP).

Arbeitsfelder: langjährige Mitarbeit in der Krisenintervention, Beratung und Begleitung von Menschen in der beruflichen Rehabilitation, langjährige Tätigkeit in der feministischen Mädchenarbeit: Beratung, Begleitung, Krisenintervention, Entwicklung und Durchführung eines niederschwelligen traumapädagogisch-orientierten Projektes für junge Frauen von 18-25 Jahren, Seminar-. Selbsterfahrungs- und Fortbildungstätigkeit.

Alle Module ausgenommen Modul 10

www.maedchenzentrum.atSabine Riesenhuber

Sabine Riesenhuber: Mag.a phil., Erziehungs- und Bildungswissenschaftlerin (Sozialpädagogik), Mal- und Gestaltungstherapeutin, Lebens- und Sozialberaterin, systemisch-kunsttherapeutische Supervisorin; Berufserfahrung in unterschiedlichen psychosozialen Kontexten und Einrichtungen der Jugendhilfe, insbesondere mit gesunden Erwachsenen und mit psychisch und/oder sozial besonders benachteiligten sowie traumatisierten Mädchen, Frauen und Familien; Erwachsenenbildung im Aus- und Weiterbildungssektor (MGT Institut, WKO Kärnten, FH Kärnten, Volkshochschule); spezielle Vertiefung: prozessorientierte Arbeit mit Träumen, Bildern und Symptomen und sozialpädagogische Diagnosen.

Modul 10: 19.–20.5.2022 · Interdisziplinäre Traumaarbeit

www.praxis-riesenhuber.at

Modul 1 – Auftakt und Einführung

  • Historische Entwicklung und Grundlagen d. Psychotraumatologie
  • Begriffserklärung und zentrale Konzepte psychischer Traumatisierung
  • Kindheitstraumata
  • Traumaverarbeitungsprozesse im zeitlichen Längsschnitt
  • Traumafolgen
  • Überblick zu traumazentrierten Arbeitsfeldern
  • Einführung in die Traumapädagogik
  • Traumasensible Haltung

Modul 2 – Unterstützung und Begleitung von Traumaheilungsprozessen

  • Phasen-Modelle traumazentrierter Intervention
  • Basisstrategien bei akuten und komplexen Traumatisierungen
  • Traumaspezifische Krisenintervention
  • Unterstützung und Begleitung spontaner Traumaverarbeitungsprozesse in verschiedenen traumzentrierten Handlungsfeldern mit dem Schwerpunkt Somatic Experiencing © nach P. Levine
  • Der möglichst sichere Ort (Kühn) als ein traumapädagogisches Grundkonzept
  • Strukturelle Voraussetzungen für Stabilisierung
  • Körperliche Stabilisierung –Groundingtechniken, Entspannungstechniken, Techniken zur Körpersynchronisation
  • Voraussetzungen und Möglichkeiten interaktioneller Elemente der Stabilisierung

Modul 3 – Traumasensible Beziehungsgestaltung

  • Einführung in die Bindungstheorie
  • Bindung und Trauma
  • Bindungs- und beziehungsorientierte Pädagogik
  • Beziehungsaufbau und –gestaltung unter Berücksichtigung traumaspezifischer Beziehungsdynamiken
  • Wirkung eigener Bindungs- und Beziehungserfahrungen
  • Korrigierende Beziehungsgestaltung und traumasensible Handlungsansätze zur Förderung der Bindungsfähigkeit
  • Abschied, Trauer und Abschiedsmuster

Modul 4 – SuSE Supervision, Selbstfürsorge und Selbsterfahrung im Gruppensetting

  • Spezifische Belastungen in der Arbeit mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen
  • Selbst- und MitarbeiterInnenfürsorge, Selbstwahrnehmung, Belastungsanalyse, Strategien der Entlastung
  • Praxis und Reflexion der eigenen beruflichen Rolle in Bezug auf Biografie und Gegenwart

Modul 5 – Pädagogik der Selbstbemächtigung     

  • Vertiefung traumapädagogischer Haltung
  • Theorie Pädagogik der Selbstbemächtigung
  • Traumapädagogische Methoden und praktische Anwendung zum Selbstverstehen, Selbstakzeptanz, Sinnes- und Körperwahrnehmung, Selbstregulation
  • Resilienzförderung
  • Emanzipatorische Pädagogik und Partizipation
  • Ansatz der ExpertInnenschaft in der Traumapädagogik
  • Praxis und Reflexion
  • Supervision im Gruppensetting

Modul 6 – Traumapädagogisches (Fall-) Verstehen

  • Traumaspezifische Anamnese und Diagnostik im pädagogischen, psychiatrischen und beraterischen Kontext
  • Sozialpädagogische Diagnostik (Mollenhauer/Uhlendorff)
  • Prozessplanung (bei akuter, singulärer und komplexer Traumatisierung) unter besonderer Berücksichtigung der Triade KlientInnen/Institution/Fachkraft
  • Selbstwahrnehmung – Selbstkontrolle – Selbstwirksamkeit als pädagogisches Grundprinzip der Förderplanung und Resilienzentwicklung

Modul 7 – Dissoziation, Übertragung und Gegenreaktion in pädagogischen Bezügen

  • Theorie zur Dissoziation und ihren Erscheinungsformen
  • Umgang mit dissoziativen störungswertigem Verhalten im pädagogischen Kontext
  • Traumaspezifische Intervention bei dissoziativen Zuständen, selbstschädigendem und suizidalem Verhalten
  • Arbeit mit inneren Anteilen und inneren Ressourcen
  • Körperorientierte Methoden zur Verminderung der Dissoziationsneigung
  • Theoretische Konzepte zur Übertragung
  • Beziehungsdynamik unter dem Aspekt von Übertragung und Gegenreaktion
  • Bedeutung der Gegenreaktion als Reflexionshilfe und Impulsgeber in der pädagogischen Beziehung (individuelle und im Team)

Modul 8 – SuSE Supervision, Selbstfürsorge und Selbsterfahrung im Gruppensetting

  • Spezifische Belastungen in der Arbeit mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen
  • Selbst- und MitarbeiterInnenfürsorge, Selbstwahrnehmung, Belastungsanalyse, Strategien der Entlastung
  • Praxis und Reflexion der eigenen beruflichen Rolle in Bezug auf Biografie und Gegenwart

Modul 9 – Traumapädagogische Gruppenarbeit

  • Theorie zu Gruppe und Trauma
  • Traumapädagogische Haltung und Methoden im Gruppenkontext
  • Psychische, soziale und physische Stabilisierung durch Nutzen der konstruktiven Kraft der Gruppe und Inklusion
  • Ansatz der Prozessarbeit und Deep Democracy nach A. Mindell

Modul 10 – Interdisziplinäre Traumaarbeit

  • Überblick der traumazentrierten Fachbereiche Pädagogik, Therapie und Beratung
  • Überblick zu traumspezifischen Behandlungsverfahren mit dem Schwerpunkt Somatic Experiencing und Mal- und Gestaltungstherapie
  • Grundwissen und Vertiefung in psychische Stabilisierung und Affektregulation (Kognitive Techniken, Imagniativ-hypnotherapeutische Techniken, DBT-Techniken, Arbeit mit inneren Anteilen, Distanzierungs- und Kontrolltechniken, Selbstberuhigungs- und Selbttröstungstechniken, Arbeit mit inneren Ressourcen, Screen-Technik zur Verstärkung und Verankerung real erlebter positiver Zustände, Arbeit mit äußeren Ressourcen)
  • Interdisziplinäre Traumaarbeit (Prozessplanung, Strukturen, Übergaben, Zuständigkeiten, Verantwortlichkeiten, Krisenmanagement, Kooperationen)
  • Soziale Stabilisierung – Schaffung einer möglichst sicheren Beziehungsumgebung, Umgang mit Täterkontakten, Arbeit mit Bezugspersonen und Bezugsgruppen, Netzwerkarbeit
  • Strukturelle Voraussetzungen für Stabilisierung
  • Soziale Stabilisierung als Aufgabe des Helfersystem

Modul 11 – SuSE Supervision, Selbstfürsorge und Selbsterfahrung im Gruppensetting

  • Spezifische Belastungen in der Arbeit mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen
  • Selbst- und MitarbeiterInnenfürsorge, Selbstwahrnehmung, Belastungsanalyse, Strategien der Entlastung
  • Praxis und Reflexion der eigenen beruflichen Rolle in Bezug auf Biografie und Gegenwart

Modul 12 – Transgenerationale Weitergabe und Elternarbeit

  • Trauma im und als System: Transgenerationale Weitergabe psychischer Traumatisierung
  • Formen struktureller Gewalt
  • Unterbrechung/Umgang mit TäterInnenkontakten
  • Traumasensible Elternarbeit

Modul 13 – Abschlusskolloquium

  • Präsentation der Projektarbeiten und Verleihung der Zertifikate

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Information zu Urheberrecht und Copyright:
Der Veranstalter bestätigt, uneingeschränkter Inhaber der erforderlichen Urheberrechte bzw. Copyrights der in diesem Seminarkalender-Eintrag veröffentlichten Texte und Bilder zu sein.

Veranstaltungsort

Kultur- und Seminarzentrum Schloss Goldegg
Hofmark 1
Goldegg, Salzburg 5622
+ Google Karte
Link zur Webseite:
http://www.schlossgoldegg.at/

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